Die Mitgliedskommunen und -organisationen haben insbesondere durch die Vernetzung mit dem Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (EFUS) die Möglichkeit, an verschiedenen Projekten im Themenfeld der kommunalen Kriminalprävention teilzunehmen. Aktuell sind Mitglieder von DEFUS an den folgenden Projekten beteiligt:

Safer Drinking Scenes Project 2011/2013 - Alcohol abuse among young people in public spaces (SDS)

Im Projekt SDS haben sich zehn europäische Städte zusammengeschlossen, um Lösungen für (alkoholverursachte) Probleme in der Eventszene zu entwickeln und umzusetzen. Dabei geht es sowohl um Ursachen als auch Auswirkungen des "Binge-Drinkings" (Rauschtrinken, umgangssprachlich bekannt als "Vorglühen" und "Komasaufen"). Dazu gehören insbesondere:

  • Entwickeln von Handlungsempfehlungen für alle lokalen Akteure der Sicherheits- und Gesundheitsarbeit, um die Folgen von Binge-Drinking zu minimieren
  • Entwickeln und Intensivieren von Verständnis zwischen dem trinkenden Eventpublikum einerseits und Politikern, Polizei und anderen öffentlichen Institutionen andererseits
  • Erarbeiten von Methoden, die vorhandenen Ressourcen möglichst optimal einzusetzen, um die alkoholbedingten Auswüchse zu reduzieren
  • Verfestigung der bestehenden Netzwerkstrukturen, um gemeinsam die Herausforderungen anzugehen
  • Austausch der europäischen Partner über erfolgreiche und misslungene Versuche in diesem Bereich
  • Einbindung der internationalen Forschung zum Binge-drinking, einschließlich gesundheitlicher und gesellschaftlicher Folgen

Methoden

Im Projekt werden Erfahrungen der Partnerstädte ausgetauscht. Ergänzt wird dies durch den Input von Experten, die in den Bereichen Drogenmissbrauch, Alkoholprävention, Kriminalprävention und Forschung tätig sind. Vor-Ort-Besuche vermitteln einen authentischen Eindruck und durch die zahlreichen Gespräche mit den Verantwortlichen der jeweiligen Städte werden Faktoren vermittelt, die zum Erfolg der Projekte beitragen. Im Projekt herrscht Konsens darüber, offen über Schwierigkeiten und weniger erfolgreiche Maßnahmen zu berichten.

Projektbeteiligte

Projektleitung: Französisches Forum von EFUS (FFSU)

Expertenkomitee:

  • Französisches Observatorium für Drogenmissbrauch
  • Universität Leeds
  • Paul-Brousse-Krankenhaus, Villejuif
  • Belgisches Forum für Kriminalprävention

Teilnehmende Städte:

  • Antwerpen
  • Bordeaux
  • Brest
  • La Rochelle
  • Lüttich
  • Reggio Emilia
  • Kingston upon Thames
  • Stuttgart
  • Nantes
  • Rotterdam

Projektdauer

Das Projekt startete im Januar 2011 und endet im August 2013.

 

Projektwebsite

Link zur EFUS-Projektwebsite: Safer Drinking Scenes

 

Ansprechpartner

beim DEFUS-Mitglied und SDS-Partner Stuttgart:

Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Recht, Sicherheit und Ordnung
Michael Kayser
Leiter der Stabsstelle Kommunale Kriminalprävention
Marktplatz 1
70173 Stuttgart

Telefon:         +49 (0711) 216 61 15
Fax:              +49 (0711) 216 95 61 15
E-Mail:           michael.kayser@stuttgart.de
Web:              www.stuttgart.de/kriminalpraevention

 

 

The GOAL-Project (Gathering Of All Local forces to prevent violence in sporting events)

Ziel des GOAL-Projektes ist es, lokale Verwaltungen dabei zu unterstützen, einen umfassenden Lösungsansatz gegen Gewalt und Vandalismus im Kontext großer Sportveranstaltungen zu entwickeln. Dies geschieht durch: 

  • Identifikation von Schwerpunkten, die für ein effektives Handeln auf kommunaler Ebene wichtig sind, um Gewalt zu verhindern und die Sicherheit bei großen Sportveranstaltungen zu gewährleisten.
  • Sammeln von Erfahrungen und empfehlenswerten Praxisbeispielen, in denen die genannten Ziele verfolgt werden.
  • Zusammenstellen eines Pools an Experten, die sich mit den entsprechenden Bedürfnissen der Kommunen befassen.
  • Organisieren einer Reihe von Seminaren, um die Erfahrungen und guten Praxisbeispiele der teilnehmenden Kommunen auszutauschen.
  • Bereitstellen von Hinweisen und technischer Unterstützung für interessierte Kommunen, die diesen helfen können, Probleme mit Gewalt im Zusammenhang großer Sportveranstaltungen zu lösen.
  • Aufzeigen der notwendigen organisatorischen Infrastruktur und des Wissenshintergrundes für eine dauerhafte Plattform zum Austausch von Erfahrungen und empfehlenswerten Praxisbeispielen in diesem Gebiet.

Das Projekt läuft von 2009 bis 2012. Das Hauptergebnis wird ein Handbuch sein. Dieses enthält:

  • Empfehlungen für Städte in diesem Feld,
  • Zusammenstellung von best practice-Beispielen,
  • Vorschläge zu Ausbildungsmodulen für Akteure, die mit der Organisation und dem Schutz von Sportveranstaltungen befasst sind. 

 

Projektbeteiligte

Projektleitung: Europäisches Forum für Urbane Sicherheit (Efus).

Teilnehmende Städte: Lille (Frankreich), Charleroi (Belgien), Liège (Belgien), Solna (Schweden), Genua (Italien), Mannheim (Deutschland).

Weitere Partner: Eurofan Association & International Permanent Observatory on Security during Major Events of the UNICRI.

Experten: Radim Burès (Tschechische Republik), ehemaliger Präsident des Standing Committee of the European Convention of Spectator Violence und Manuel Comeron (Belgien), Koordinator des Eurofan network.

Projektwebsite

Link zur EFUS-Projektwebsite: Goal

 

EU-Projekte „Innovative Strategies for the Prevention of Re-Offending“ und „Training local Stakeholders on Preventing Re-Offending“ im Rahmen des EU-Programms für lebenslanges Lernen, Aktionsbereich GRUNDTVIG

Von Dezember 2007 bis Februar 2012 hat die Stadt Göttingen als Kooperationspartner an zwei aufeinander folgenden und inhaltlich aufeinander aufbauenden Projekten zum Thema „Vermeidung wiederholter Straffälligkeit“ des Europäischen Forums für Urbane Sicherheit teilgenommen. 

Kooperationspartner des ersten Projekts waren – neben EFUS als koordinierender Einrichtung – die Städte Le Havre (Frankreich), Turin (Italien), Brasov (Rumänien), Opava (Tschechische Republik) und Valencia (Spanien). Auf Göttinger Seite waren die JVA Rosdorf, die Jugendhilfe Göttingen e.V. sowie ZOOM e.V. im Rahmen einer lokalen Partnerschaft beteiligt. Ziel war es, durch die Entwicklung präventiver Konzepte zu einer besseren Integration von Straffälligen in die Gesellschaft beizutragen bzw. wiederholter Straffälligkeit vorzubeugen. Während der zweijährigen Laufzeit wurden in den vier „Modellstädten“ Göttingen, Valencia, Turin und Paris – im Rahmen von Workshops – erfolgreiche lokale Konzepte vorgestellt (in Göttingen u. a. das mittlerweile auch überregional bekannte Konzept „BASIS“). Auf Grundlage dieser lokalen Konzepte wurden erfolgversprechende Ansätze entwickelt, die beispielhaft in den Städten Le Havre, Opava und Brasov implementiert wurden.

Die über zwei Jahre bewährte Partnerschaft konnte – mit einer Ausnahme (die tschechische Stadt Opava wurde durch die nordirische Stadt Belfast ersetzt) – im direkt anschließenden zweiten Projekt fortgesetzt werden. Inhaltlich verschob sich der Schwerpunkt vom Aufbau von Strukturen hin zur Qualifizierung von zur Vermeidung von wiederholter Straffälligkeit relevanten Akteuren. In jeder beteiligten Stadt wurden Qualifizierungsangebote erarbeitet und umgesetzt. Die verwendeten Methoden und Materialien wurden in Form eines virtuellen Werkzeugkastens aufbereitet und stehen auf der Internetseite des Projekts für interessierte Nutzer bereit (Stichwort E-Learning).   

Im Rahmen des Projektes wurde außerdem eine Resolution zur Verhinderung von Mehrfachstraffälligkeit erarbeitet, deren Text auf Deutsch auf der DEFUS-Startseite abrufbar ist.

Projektwebsite

Link zur EFUS-Projektwebsite: stop-reoffending